Privatinsolvenz2017-02-17T00:00:59+00:00

Privatinsolvenz
Die Entschuldungsmöglichkeit für Privatpersonen und ehemals Selbständige.

In Deutschland nimmt die Zahl der überschuldeten Haushalte immer weiter zu. Von Überschuldung spricht man, wenn das Einkommen – nach Abzug der Lebenshaltungskosten – nicht mehr ausreicht, die Schulden pünktlich zu bedienen.

Seit 1999 ist das Verbraucherinsolvenzverfahren, wie das Privatinsolvenzverfahren offiziell heißt, in der Insolvenzordnung verankert. Der Gesetzgeber bietet überschuldeten Personen einen rechtlich abgesicherten Ausweg aus der Schuldenfalle. Durch die Privatinsolvenz werden Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet und der Weg zu einem schuldenfreien Neuanfang geschaffen. Grundsätzlich kann jede Privatperson das Privatinsolvenzverfahren beantragen, ungeachtet ob sie Angestellter, Arbeiter, ehemalig Selbständiger, Erwerbsloser, Rentner etc. ist. Die Schuldenhöhe und Anzahl Ihrer Gläubiger spielt keine Rolle. Bei erfolgreichem Abschluss des Privatinsolvenzverfahrens erteilt Ihnen das Gericht die Restschuldbefreiung. Sie sind schuldenfrei.

So funktioniert es!

Die Privatinsolvenz läuft in zwei Phasen ab.

1. Außergerichtliche Phase
Der außergerichtliche Einigungsversuch.
Der Schuldner ist verpflichtet, einen ernsthaften Versuch zur außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern zu unternehmen. Nur wenn dieser Einigungsversuch scheitert, kann das Privatinsolvenzverfahren beantragt werden. Einen solchen Einigungsversuch können Sie alleine nicht durchführen. Dem Insolvenzgericht ist eine Bescheinigung vorzulegen, aus der sich ergibt, dass eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern über die Schuldenbereinigung erfolglos versucht worden ist (§ 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO). Diese Bescheinigung dürfen nur bestimmte Personen oder Stellen ausstellen.

2. Gerichtliche Phase
Erst wenn die außergerichtliche Einigung scheitert, kann beim Insolvenzgericht der Antrag auf Eröffnung des gerichtlichen Insolvenzverfahrens gestellt werden. Die gerichtliche Phase untergliedert sich in:

| Gerichtliche Schuldenbereinigung
Das Gericht versucht bei Erfolgsaussichten noch einmal, eine gerichtliche Einigung zwischen dem Schuldner und seinen Gläubigern herbeizuführen. Hält das Insolvenzgericht eine gerichtliche Einigung für unwahrscheinlich, oder scheitert die gerichtliche Schuldenbereinigung, dann geht das Verfahren weiter.

| Vereinfachtes Insolvenzverfahren
Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens beginnt die Laufzeit der Wohlverhaltensperiode von sechs Jahren. Das Gericht bestellt bei Verfahrenseröffnung einen Treuhänder, der für Sie zuständig ist und zunächst die Verwertung Ihres Vermögens (PKW, wertvolles Mobiliar etc.) vornimmt, falls Vermögen vorhanden ist.

| Wohlverhaltensperiode und Restschuldbefreiung
Der Treuhänder verteilt das während der Wohlverhaltensperiode pfändbaren Einkommen gleichmäßig an alle Gläubiger. Es besteht wieder die Möglichkeit des Vermögensaufbaus. Nach Ablauf der sechsjährigen Wohlverhaltensperiode erteilt das Gericht die Restschuldbefreiung, falls der Schuldner sich redlich verhalten hat.

Sie sind schuldenfrei!

Ablauf der Privatinsolvenz

Was ist zu tun? Ihr erster Schritt zur Entschuldung

  1. Vereinbaren Sie einen Termin, zu dem Sie bitte folgende Unterlagen mitbringen:
    • Gläubigerunterlagen (Rechnungen, Mahnschreiben und Vollstreckungsbescheide)
    • Einkommensnachweis (Gehaltsabrechung, Hartz IV/ ALG I Bescheid, etc)
    • Falls vorhanden, Kredit- / Versicherungsverträge
  2. Alles weitere werde ich veranlassen. Bei uns gibt es eine Rundumbetreuung. Übrigens: Ihre Gläubiger werden nur noch mich anschreiben. Sie erhalten keine „Drohbriefe“ mehr.
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