Bum Bum Becker und der Fremdantrag

Boris Becker sorgt wieder für Schlagzeilen im Blätterwalt. Eine englische Privatbank hat kürzlich gegen ihn einen Insolvenzantrag nach englischem Recht gestellt.  Das englische Gericht im Wege einer so genannten „bankruptcy order“ dem Fremdantrag des Gläubigers auch stattgegeben.

Bei einem Fremdantrag stellt nicht der Schuldner, sondern sein Gläubiger einen Insolvenzantrag. Auch nach deutschem Recht ist das möglich. Zuletzt ist deswegen Vural Öger in die Schlagzeilen geraten, nun Boris Becker. Der Fremdantrag ist nach deutschem Recht nur zulässig, wenn der Gläubiger

  1. ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat, und
  2. seine Forderung sowie
  3. einen Eröffnungsgrund

glaubhaft macht (§ 14 InsO).

Eine ganz praktische Hürde für Fremdanträge stellt die Kostenlast dar. Denn der Gläubiger, der den Antrag stellt, haftet als Zweitschuldner für die gerichtlichen Kosten, falls das Verfahren mangels Masse (§ 26 InsO) nicht eröffnet wird. Deswegen wird sich der Gläubiger ganz genau überlegen, ob ihm der Fremdantrag was „wert“ ist. In der Praxis werden Fremdanträge größtenteils durch die Sozialversicherungsträger, z.B. wegen nicht bezahlter Krankenkassenbeiträge, oder durch das Finanzamt gestellt.

Liegt ein Fremdantrag vor, ist für den Schuldner Eile geboten. Ganz schlecht ist es wie Becker zu agieren: „Man hat den Eindruck, als sei er ein Mann, der den Kopf in den Sand gesteckt hat“, wird die Richterin in dem Verfahren gegen Boris Becker zitiert. Insbesondere Unternehmer und Selbstständige gilt daher: Nicht den Kopf in den Sand stecken! Lassen Sie sich beraten – je früher man reagiert, desto mehr Handlungsoptionen hält man in der eigenen Hand!

2017-06-23T10:14:30+00:0023.06.2017|
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