Viele Freunde hatte die GEZ, die seit 2012 offiziell Beitragsservice heißt, noch nie. Gründe für Schlagzeilen und Unverständnis gab es viele, eines davon betraf die Befreiung von den Rundfunkgebühren:

Menschen, die wenig Geld haben, können sich von der Rundfunkbeitragspflicht befreien lassen. Die Befreiung muss beantragt werden und beginnt mit dem Leistungsbeginn des vorgelegten Bescheides (Bafög-Bescheid, Hartz-4-Bescheid etc.). Hatte man es versäumt, sich darum zu kümmern und keine Befreiung beantragt obwohl die Voraussetzungen vorlagen, musste man die angefallenen GEZ-Gebühren trotzdem zahlen. Vielfach sind damit Schulden entstanden, die absolut vermeidbar gewesen wären. Ein Befreiungsantrag galt nämlich nicht für alte GEZ-Gebühren, sondern wirkte nur für die Zukunft.

Damit ist jetzt Schluss!

Seit dem 1. Januar 2017 ist die Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht auch rückwirkend für die letzten drei Jahre möglich!

Die Befreiung ist zu gewähren, wenn die Voraussetzungen der Befreiung vorlagen, jedoch kein Antrag gestellt wurde. Die Begründung für diese Änderung im 19. Rundfunkänderungsstaatsvertrag klingt äußerst plausibel:

„Befreiungen und Ermäßigungen können künftig für einen Zeitraum von drei Jahren ab Antragstellung für die Vergangenheit gewährt werden, wenn entsprechende Nachweise für das Vorliegen der Befreiungs- bzw. Ermäßigungstatbestände für diesen Zeitraum vorgelegt werden. Mit der Regelung wird das Verfahren deutlich bürgerfreundlicher ausgestaltet; zugleich werden eine höhere soziale Gerechtigkeit und der Abbau von Bürokratie beim Beitragsservice erreicht.“

Studierende, Azubis und Schüler die BAföG, Berufs­ausbildungs­beihilfe oder Ausbildungs­geld erhalten, Empfänger von Sozialleistungen (SGB II, SGB XII, BVG u.a.) und weitere Personengruppen, auf die ein Befreiungstatbestand zutrifft, sollten daher beim Beitragsservice die rückwirkende Befreiung beantragen und von dieser Neuregelung profitieren.